IG Scheibe Flugzeuge

IGSF Ausflug Lädine fahren am 4. Juli 2015

Schon lange war er in der Planung: ein gemeinsamer Ausflug des Vereins – ohne Fliegen!

Jetzt hat es endlich geklappt und es sind 15 Teilnehmer, teilweise mit langer Anfahrt, in Friedrichshafen eingetroffen, um am Abend des 4. Juli mit einer Lädine auf dem Bodensee zu segeln.

Der Vorschlag kam von Gere, der ja in der Nähe des Bodensees lebt. Er bringt auch die erforderlichen Voraussetzungen mit, dieses Schiff überhaupt fahren zu dürfen. So konnte er die Abendfahrt am Samstag für uns reservieren, was uns eine stressfreie Zeiteinteilung möglich machte.

Doch bevor es zu diesem Höhepunkt des Ausfluges kam, ging es für einige von uns noch in den Kletterpark Immenstaad, wo, je nach Mut und Können, unterschiedlichste Schwierigkeitsgrade zu überwinden waren. Die Außentemperaturen taten Ihren Teil dazu bei, dass alle durchgeschwitzt im Hotel zur ersten Dusche ankamen. Schwitzen konnten auch unsere Motorradfahrer in ihren Anzügen.

Schiffle-Fahren ohne vernünftiges Essen und Trinken geht ja gar nicht. Also wurden im Vorfeld große Planungen durchgeführt, was wir während des Segelns zu uns nehmen wollen und wer was besorgt. Bevor wir also vom Hotel aus nach Immenstaad aufbrachen, wurde sämtliche Verpflegung in die Autos verteilt und von dort aus zum Landesteg geschleppt. Und wie es so ist – jeder meinte es gut und beschaffte „reichlich“.

Am Landesteg angekommen, wurde das Schiff, die Lädine mit dem Namen St. Jodok (Schiffer- und Ortspatron von Immenstaad) gerade noch von der vorherigen Fahrt gereinigt und mit frischem Wasser betankt. So konnte sich schon allein vom Anschauen die Vorfreude an diesem tollen Schiff steigern.

Danach gingen wir an Bord und nahmen an den reichlich vorhandenen Tischen Platz. Gere, als unser Skipper, gab noch ein paar Erläuterungen und dann konnte es losgehen.

Eine Lädine war ein Lastensegler, wie er in der Zeit ab dem späten Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert in Europa gebräuchlich war. Diese Schiffe hatten einen Plattboden, damit sie näher ans Ufer fahren konnten und als Besegelung ein großes Rahsegel. Die Immenstadter Lädine ist ein Nachbau einer kleineren Lädine, auch Segmer genannt, und wurde 1999 in Dienst gestellt.

Während einige sich darum kümmerten, das Schiff vom Liegeplatz auf den See hinaus zu bekommen und die Segel in betriebsbereiten Zustand zu versetzen, waren die anderen damit beschäftigt, das Essen vorzubereiten.

Der Wind blies schwach, genug um mit achterlichem Wind Richtung Westen aufzubrechen. Ein Rahsegler kann natürlich nur vor dem Wind fahren – für Segler, die es gewohnt sind, mit Schratsegeln (den bekannten dreiecksförmigen) und dichtgeholten Schoten hoch am Wind und mit Schräglage zu kreuzen, eine vollkommen neue Erfahrung. Eine sehr beschauliche und angenehme Art, über den See zu fahren und sich nebenher noch Wurstsalat, diverse Käsesorten und Nachtische einzuverleiben – mit den entsprechenden Getränken natürlich.

Der Wind wurde zwar immer schwächer, das tat aber der guten Stimmung an Bord keinen Abbruch. Vor allem wurden wir gegen später mit einem herrlichen Sonnenuntergang verwöhnt.

Allmählich wurde es dunkel und es galt, den Rückweg anzutreten. Wir brauchten jetzt nicht, wie in früheren Zeiten, am Ufer entlang zurück zu staken, sondern ein Druck auf den Knopf erweckte einen modernen Dieselmotor zum Leben der uns entspannt wieder Richtung Hafen brachte. Und nachdem wir im Vorfeld schon die Manöver durchgesprochen hatten, liefen auch das Anlegen und Vertäuen des Boots reibungslos von statten.

Wieder im Hafen, musste das Schiff für die Nacht vorbereitet werden (aufräumen, reinigen, Segel bergen, Persenning anbringen, …).
Im (genauer gesagt auf der Terrasse vor dem) Hotel ließen wir diesen herrlichen Abend bei einem Abschlussbierchen ausklingen.

Am nächsten Morgen, nach einem gemütlichen Frühstück, brachen wir wieder in alle Richtungen auf; für einige, die von weiter kamen, bot sich bei herrlichstem Sonnenschein noch die Gelegenheit, ein paar Schönheiten am Bodensee zu besichtigen.

Es war ein rundum gelungener Ausflug – nicht zuletzt natürlich dank der Initiative von Gere, der durch seine Beziehungen und Organisation das ganze erst ermöglicht hat. Dafür an dieser Stelle noch einmal ein kräftiges Dankeschön.

Und für nächstes Jahr lassen wir uns wieder etwas besonderes einfallen …

Laedine total - Bericht Lädine fahren im Juli 2015

Ein imposanter Anblick. Man beachte das an der Backbordseite angebrachte einseitige Ruder.

Platz fuer Alle - Bericht Lädine fahren im Juli 2015

Hier hat es Platz für alle.

Skipper_Gere

Skipper Gere

Cockpit_View

Blick aus dem Cockpit.

Sunset_2

Sonnenuntergang zum Träumen

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